Fusenich

Topographie
Nur unweit entfernt von Trierweiler, liegt der kleine Ortsteil Fusenich.

Namensursprung
Erste urkundliche Erwähnung und den damit verbundenen Hinweis auf den heutigen Namen findet man im Jahre 1254,
als Ritter Henrich von Hucsley und seine Frau Yda dem Kloster Hemmerode (Himmerrod) all ihre Güter im Dorfe Vosene (Fusenich) bei Trier zu ihrem Jahrgedächtnis machen. So verfügt nur 5 Jahre später Ritter Gobelo, dass seine Güter im Dorfe Wuseney bei Trier nach seinem Tod dem Kloster Himmerod überlassen werden. Später wurde in einer Steuerliste aus dem Jahr 1363 über einen Herrn Liefkin aus Vouswe (Fusenich) berichtet.

Dorfhistorische Entwicklung
Bereits um 200 n. Chr. hinterlassen erste römische Siedler ihre Spuren. Man entdeckte im 19. Jh. Streufunde einer Siedlung aus
dieser Zeit. Viele Jahre später ist Fusenich immer noch sehr klein, zählt aber im Jahr 1563 bereits 3 Feuerstellen. Das könnten
ungefähr 20 Einwohner gewesen sein. Allerdings sind 1581 die wenigen Bürger nicht bereit einen Obolus zu bezahlen um ein
Pfarrhaus in Trierweiler zu bauen, an deren Pfarrei man mittlerweile angegliedert war. 150 Jahre später hatte sich die Bewohnerschaft auf ca. 54 Einwohner vergrößert. Jedoch weigert man sich noch immer vehement, seinen Beitrag zum Bau des Pfarrhauses beizusteuern. Diese Angelegenheit endete in einem Prozess über dessen Ausgang unbekannt ist.

Wie Trierweiler wird 1794 auch Fusenich französisch und es beginnt eine neue Ära. Das feudale System wird durch eine Zivilverwaltung ersetzt – Fusenich gehört nun zur Pfarrei Liersberg. Mit dem Einmarsch der Preußen 1814 endet die französische Besatzung nach 20 Jahren. Fusenich wird wieder der Pfarrei Trierweiler angeschlossen und verfügt nun über 59 Einwohner. Interessant ist auch, dass sich 1852 die Bevölkerungszahl fast verdoppelt hat. Es leben nun über 100 Menschen in 12 Häusern. Die Elektrizität findet ihren Weg um 1925 nach Fusenich. Alle Haushalte bekommen auf Geheiß der französischen Besatzer einen Hausstromanschluss. In den 50er Jahren wird in einer gemeinschaftlichen Arbeit der Dorfmitglieder die Kanalisation des Baches durchgeführt. 1953 wird der Friedhof angelegt. So wie die übrigen Ortsteile, tritt auch 1974 Fusenich dem Zusammenschluss zur Großgemeinde Trierweiler bei.

1. Weltkrieg
Auch Fusenich bleibt nicht vom Kriegszustand verschont und hat auch nach Kriegsende mit dem Rückmarsch vieler deutscher
Soldaten viel zu tun. So müssen nicht nur Massen von deutschen flüchtenden Soldaten untergebracht werden, sondern auch
viele Amerikaner und Franzosen.

2. Weltkrieg
Bereits 1938 kommt es zum Bau des „Westwalls“, sowie zur Errichtung einiger anderer Bunker auf Fusenicher Gebiet. Da die Gefahr vor einem Angriff der Franzosen besteht und um selbst freie Hand zu haben, werden die 113 Einwohner Fusenichs 1939 nach Ostdeutschland evakuiert. 1944 wird leider auch Fusenich vom Krieg zerstört. Der Ortskern wird in Schutt und Asche gelegt.

Dorfkapelle
Um 1570 findet man die erste Erwähnung einer Kapelle, genannt „Capella Fösenich“ unter Patronius Wolfgangus. Befand sich die
Kapelle 1621 noch in einem vernünftigen Zustand, so kam es doch einige Jahrhunderte später, 1853 zur Grundsteinlegung für ein neues Gotteshaus, dessen Bau drei Jahre in Anspruch nahm. Die Kapelle hat einen steinernen Altar mit Marienbild, sowie über
dem Eingang eine Nische mit der Figur des hl. Wolfgangs. 1893 wird der Kreuzweg für die Kapelle genehmigt und 1901 macht eine freiwillige Sammlung die Anschaffung zweier neuer Glocken möglich. 1926 erhält Fusenich wieder eine zweite Kirchenglocke, da man vermutlich eine Glocke im 1.Weltkrieg einschmelzen musste. Das Gleiche geschieht im 2.Weltkrieg mit beiden Kirchenglocken.

Neuzeit
Fusenich ist in den den letzten Jahren, nicht zuletzt durch sein Neubaugebiet, zu einem attraktiven Wohnort mit knapp
300 Einwohnern gewachsen.

Ortsvorsteher
Herr Werner Bonertz
Tel. +49 (0) 651-828006
mail: ortsvorsteher@fusenich.info