Sirzenich

Topographie
Wie der Nachbarort Trierweiler liegt auch Sirzenich nicht weit von der alten Römerstraße entfernt, die in der Antike die beiden
Großstädte Trier und Köln miteinander verband und im Verlauf teilweise mit der heutigen Bundesstraße 51 übereinstimmte,
so bog dort, wo heute die Autobahn Richtung Luxemburg verläuft, einst eine weitere zum Sauerübergang bei Wasserbillig
führende Römerstraße ab. Bereits um 400 belegen Funde eine nicht näher bestimmbare Besiedlung in Gestalt mehrerer Höfe.

Namensursprung
Der Ortsname Sirzenich lässt darauf schließen, dass der Ursprung der Siedlung bei den keltischen Treverern liegt und somit schon
in vorrömischer Zeit bestand. Römische Mauerreste weisen auf eine dauerhafte Besiedlung hin. Eine erste urkundliche Erwähnung und somit einen namentlichen Hinweis findet man 975 als „Sarceni“ in einer Urkunde für die Trierer Abtei St. Martin. So ist „Sarceni“ unter den Dörfern genannt, die das Stift St. Paulin als Ersatz für entzogene oder nicht zurückgegebene Güter von Bischof Egbert
erhielten. Damit hatte der Stift in Sirzenich die Grundherrschaft und alle Gerichtsrechte inne, wie es auch das Schöffenbuch aus
dem Jahr 1538 bezeugt.

Dorfhistorische Entwicklung
Um 600 bezeugen Grabfunde eine fränkische Siedlung. Dann ist bekannt, dass Sirzenich in den Jahren 1002-1008 dem Trierer
Kollegialstift übertragen wird. Erst 1563 erscheint Sirzenich mit 5 Feuerstellen also Haushalte und ca. 50 Einwohnern im Feuerstellenverzeichnis. So erwähnt auch eine Steuerliste ca. 50 Jahre später zwei ansässige Schuhmacher und drei Leineweber. Ende des
17 Jh. gehören zu Sirzenich 23 Häuser mit 123 Einwohnern. 1847 kommt erstmalig ein ausgebildeter Lehrer nach Sirzenich und 32 Kinder besuchen die Schule, die 1856/57 neu erbaut wird. Das Dorf vergrößert sich stetig und verfügt Anfang des 19 Jh. bereits über
verschiedene Vereine. In den 50er Jahren wird das neue Schulhaus (heute Gemeindehaus) eingeweiht. 1970 stimmte der Gemeinderat der Bildung der Großgemeinde zu. Es folgten Proteste im Dorf gegen diese Entscheidung, jedoch trat 1971 die Auflösung der Gemeinde in Kraft und die neue Gemeinde Trierweiler entstand.

Dorfkirche „St. Johannes Evangelist“
Erste Erwähnungen einer Kirche in Sirzenich, die dem Trierer Stift St. Paulin gehörte und Teil des Pfarrbezirks St. Symphorian bei Paulin war, finden sich 1227. Quellen belegen, dass im Jahr 1436 mit dem Bau der Johanneskapelle begonnen wurde. 1609 untersteht die Kapelle zu Sirzenich dem Patrozinium Johannes des Täufers und gilt in ihrem Bauzustand als ruinös. 1681 wird das Schiff der Kapelle renoviert und 200 Jahre später folgt die umfassende Renovierung der Kapelle. Nachdem in den 60er Jahren darüber
diskutiert wurde, ob die inzwischen wieder baufällig gewordene Kapelle durch einen Neubau oder eine Erweiterung Instandgesetzt werden sollte, entschied man sich 1969 zur Erweiterung der Kapelle. 1972 wurde die neue Kirche eingeweiht. Sie integriert die alte Kapelle als Sakristei und vereint Bauelemente aus verschiedenen Stilepochen.

Neuzeit
Die Anzahl der Bürger stieg in den letzten Jahren stetig auf über 1300 Einwohner an. Mit dem historischen Spatenstich von 1972
zur Erschließung des Gewerbegebietes beginnt eine beispiellose wirtschaftliche Entwicklung für die Höhenregion.

Ortsvorsteher 
Herr Bernhard Hoffmann
Tel. +49 (0)651-89201
mail: ortsvorsteher@sirzenich.info